Einige werden sagen: »Natürlich nicht«, andere werden sagen… »okay, warum nicht«
Was ist passiert?
Neben der Tatsache, dass wir die gesamte Internet-Konzeption umstellen, sind wir auch dabei unsere ganzen Biestmilch-Verpackungen zu ändern, keine Plastikdosen mehr, alles etwas feiner, für Sie komfortabler zu handhaben und vor allem, viel hübscher (ist klarerweise unsere Sicht der Dinge!). Vor einigen Tagen gingen unsere Kautabletten endlich nach unzähligen Überprüfungen und Hin-und-Her-Telefonaten in die Produktion.
Man ist immer voller Nervosität und Zweifel, ob man auch ja nichts übersehen hat. Und dann, eh man sich’s versah, kam schon der erste Notanruf aus der Produktion: »Schachteln zu klein, oder schlecht geklebt, die Umverpackung reisst auf«.
Was tun? Der Vorschlag war zu kleben, mit durchsichtigem Tesa.
Wie sollten wir uns entscheiden? Wir brauchten unbedingt Ware, die Lager waren schon leer. Schweren Herzens stimmte ich dem Kleben zu, nachdem ich die Fotos gesehen hatte. Also wurde geklebt. Der Hersteller der Faltschachteln nahm einen Teil der Schuld auf sich und gewährte unbürokratisch eine Gutschrift. Ich war schon einigermaßen frustriert, versuchte mich aber drein zu finden, was man nicht gerne tut, wenn man so viel Mühe investiert hat. Aber irgendwann hat man einfach keine andere Wahl mehr.
Gut, es wurde also geklebt.
Am Montag erwarteten wir die Lieferung, sie kam nicht. Am Dienstag nachmittag, ich saß noch im Zug vom Bodensee nach Mainz, erhielt ich das Telefonat aus dem Büro: »Scheiße«, hieß es, die Klebung sähe Sch… aus und die Siegelpunkte hielten auch nicht!
Was war passiert?
Heute wieder zurück im Büro spürten wir der Ursache für das Debakel nach. Das Ergebnis war verblüffend. Keinen der vermutet Schuldigen traf eine Schuld. Es waren die Kautabletten höchst selbst, die um fast einen Millimeter dicker waren als zuvor. Sie brachten die Schachtel schlichtweg zum Platzen mit ihrem Bauchumfang. Damit war auch klar: die Schachtel war unverschuldet mindestens 5 Millimeter zu klein geraten und wurde von den Tabletten gesprengt.
Warum das?
Biestmilch ist ein biologischer Rohstoff. Ihr Volumen schwankt von Charge zu Charge. Zuvor hatten wir Dosen, da war die Dicke der Tablette ohne Bedeutung, mit der Faltschachtel war eine andere Präzision erforderlich. Das hatten wir nicht bedacht. Also werden wir neue Schachtel machen müssen. Ein saurer Apfel, in den wir leider beißen müssen, so ist das, wenn man zu spät nachdenkt.




