THE PULP OF BIESTMILCH

Archive for January 2nd, 2007


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Post Cancer - Rückblick, Ausblick, Erwartungen

Ich möchte Olaf Sabatschus www.olafsabatschus.de ganz besonders für seinen offenen Beitrag danken. Olaf war/ist Profi-Triathlet. Er gehört zu den Deutschen Spitzentriathleten. Bei Olaf wurde vor etwas über 2 Monaten ein Hodentumor diagnostiziert. Wir haben ihn in den letzten Wochen in unglaublich bewundernswerter Gefassheit erlebt. Hier nun der erste Teil seines Berichts.

Vielleicht ist es ja interessant - mal zu hören, wie es einem geht, der
gerade durch eine Tumoroperation nebst Strahlentherapie gegangen ist,
wahrscheinlich ein bis zwei Jahre trotz Krebs im Organismus
Hochleistungssport gemacht hat, und nun gerne zurück zur Höchstleistung
finden möchte.
Jedenfalls habe ich mir das eben gedacht, und mich
deshalb hingesetzt, um in ein paar Zeilen zusammenzufassen, die meine
Erfahrungen mit der Krankheit beschreiben.

Der letzte Auslöser, warum ich heute schreiben möchte ist allerdings,
wie ich mich seit 2-3 Tagen fühle: Nachdem die unangenehmen
Begleiterscheinungen der Strahlentherapie (v.a. Übelkeit und
auch ein bisschen Abgeschlagenheit) vorbei sind, trainiere ich wieder. Nach ungefähr 2 Monaten. Ich fühle mich wie neugeboren!
In den letzten 2 Jahren habe ich mich eigentlich permanent Müde gefühlt, nie wirklich "auf der Höhe" und nie wirklich voll motiviert. Die Regeneration war irgendwie schleppend, und ich hätte mich eigentlich 12h am Tag ins Bett legen können.

Jetzt ist es komplett anders:

Ich brauche weniger Schlaf, fühle mich superfrisch und aufgelegt zu sportlichen Grosstaten. Ich hatte erwartet, dass ich vor allem beim Laufen ordentlich Muskelkater bekommen würde. Das ist meistens das muskulär fordernste, wenn man wieder loslegt nach einer Pause. Ist aber nicht so.
Heute bin ich 25km in einem ordentlichen Tempo gelaufen und habe das Gefühl, höchstens die Hälfte davon gemacht zu haben. Der Stress mit den Kindern perlt nur so an mir ab, anders als vor der Beseitigung des Tumors: Da war ich ständig am Limit.
Die OP-Wunde spüre ich überhaupt nicht mehr, die war anfangs bei jeder Bewegung im Weg - jetzt, fast 8 Wochen nach der OP ist nichts mehr davon übrig. Ich bin mal gespannt, wie sich der weitere Verlauf der Genesung darstellt, auf jeden Fall habe ich den dringenden Verdacht, das es mir in 2007 endlich mal wieder gut geht und auch meine in den letzten Jahren verstärkt aufgetretenen Allergiesymptome im Sommer von den freigelassenen Kräften des Immunsystems besser im Griff gehalten werden. Ich schaue jedenfalls positiv gespannt auf den Sommer, und freue mich jetzt schon auf die ersten Trainingslager ab März!

Fortsetzung folgt…